Kellerabdichtung bei der weißen Wanne: Wann eine Sanierung trotzdem nötig wird
Weiße Wanne – und trotzdem Wasser im Keller?
Ein Keller in „weißer Wanne“ gilt als Premium-Lösung gegen Feuchtigkeit. Kein Bitumen, keine Außenabdichtung – stattdessen wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton) und ein durchdachtes Fugen- und Anschlusskonzept. Viele Bauherren gehen deshalb davon aus: Wer eine weiße Wanne hat, kann kein Feuchteproblem bekommen.
Die Realität ist komplizierter. Denn: Eine weiße Wanne ist nicht einfach „nur Beton“, sondern ein System. Und Systeme können versagen – meist an den Übergängen, Fugen und Durchdringungen.
Die gute Nachricht: Feuchte in der weißen Wanne ist in den meisten Fällen sanierbar, ohne dass gleich alles aufgestemmt oder außen aufgegraben werden muss. Entscheidend ist, die Ursache korrekt zu identifizieren – und dann die passende Methode zu wählen.
[fs-toc-h2]Was ist eine weiße Wanne – und was macht sie „dicht“?
Die „weiße Wanne“ ist eine Konstruktion aus WU-Beton, bei der die Bauteile (Bodenplatte und Außenwände) so geplant und ausgeführt werden, dass sie Wasser dauerhaft widerstehen. Wichtig: Der Beton allein ist nicht der einzige Dichtfaktor.
Damit die weiße Wanne funktioniert, braucht es immer auch:
- Fugenabdichtungssysteme (z. B. Fugenbänder, Quellbänder, Injektionsschläuche)
- Dicht ausgebildete Durchdringungen (Leitungen, Hauseinführungen)
- Rissbreitenbegrenzung durch Planung, Bewehrung, Betonrezeptur und Ausführung
- Saubere Detailplanung (z. B. Wand-Boden-Anschluss, Arbeitsfugen, Sollrissfugen)
Merke: Eine weiße Wanne ist dann sicher, wenn Beton + Details + Ausführung zusammenpassen.
[fs-toc-h2]Warum kann eine weiße Wanne undicht werden? Die häufigsten Ursachen
Wenn in einer weißen Wanne Feuchtigkeit auftritt, liegt es meist nicht „am Beton“, sondern an typischen Schwachstellen:
1) Arbeitsfugen und Sollrissfugen
Fugen sind planmäßig – aber sie müssen korrekt abgedichtet sein. Schon kleine Ausführungsfehler (Verschiebung, Beschädigung, falscher Einbau) können zu Leckagen führen.
2) Risse im Beton
Beton arbeitet. Setzungen, Temperaturwechsel oder Schwinden können Risse erzeugen. Kritisch wird es, wenn:
- Risse „aktiv“ sind (sie verändern sich)
- Wasser genau an dieser Stelle ansteht
- die Rissbreite die tolerierte Breite überschreitet
3) Durchdringungen & Hauseinführungen
Kabel, Rohre, Mehrspartenhauseinführungen: Hier entsteht oft der erste Wassereintritt – besonders, wenn nachträglich gebohrt oder unsauber abgedichtet wurde.
4) Wand-Boden-Anschluss
Der Übergang Bodenplatte ↔ Wand ist eine der sensibelsten Zonen. Fehler in diesem Detail zeigen sich oft als Feuchte am Sockelbereich.
5) Drückendes Wasser / zeitweise hoher Wasserstand
Selbst wenn die weiße Wanne für einen Lastfall geplant wurde, können sich Bedingungen ändern: Starkregen, Grundwasseranstieg, fehlende Entlastung – und plötzlich wirkt mehr Wasserdruck als gedacht.
[fs-toc-h2]Typische Warnsignale: So erkennen Sie Probleme bei der weißen Wanne
Viele Schäden beginnen schleichend. Achten Sie auf diese Hinweise:
- Feuchte Flecken oder dunkle Stellen an Wand/Boden
- Salzausblühungen (weiße Krusten) – Hinweis auf Feuchtetransport
- Muffiger Geruch, steigende Luftfeuchtigkeit
- Schimmel an organischen Materialien (Kartons, Holz, Dämmung)
- Wasserlaufspuren entlang von Fugen oder an Hauseinführungen
- Pfützenbildung nach Starkregen oder Tauwetter
Wichtig: Nicht jede Feuchte ist sofort „Leckage“. In Neubauten kann es auch Baufeuchte sein. Entscheidend ist die Diagnose.
[fs-toc-h2]Diagnose vor Sanierung: Welche Fragen wirklich zählen
Bevor man Maßnahmen plant, sollte man klären:
- Wo tritt die Feuchte genau auf? (Fuge, Fläche, Ecke, Anschluss, Durchdringung)
- Wann tritt sie auf? (nach Regen, bei hohem Grundwasser, dauerhaft, saisonal)
- Wie kommt das Wasser? (drückend, seitlich, kapillar, Kondensat)
- Ist der Riss/Fuge aktiv oder stabil?
- Welche Nutzung ist geplant? (Nutzkeller vs. Wohnraum)
Je genauer die Ursache, desto zielgerichteter (und wirtschaftlicher) die Sanierung.
[fs-toc-h2]Sanierungsmöglichkeiten bei der weißen Wanne: Was funktioniert wirklich?
Je nach Schadensbild kommen unterschiedliche Verfahren infrage. Hier die praxisrelevanten Lösungen:
Rissinjektion (z. B. PU oder Epoxidharz)
Ideal, wenn Wasser punktuell über Risse eintritt.
- PU-Harz eignet sich häufig bei wasserführenden Rissen (flexibel, abdichtend)
- Epoxidharz eher bei statischen, trockenen Rissen (kraftschlüssig)
Vorteil: sehr zielgenau, ohne großflächiges Öffnen
Wichtig: richtige Harzwahl + sauberer Injektionsplan
Fugeninjektion / Nachinjektion
Wenn Arbeitsfugen oder Fugenbänder nicht mehr dicht sind, kann eine Injektion entlang der Fuge helfen.
Vorteil: greift die typische Schwachstelle direkt an
Wichtig: Leckageverlauf muss exakt erfasst werden
Abdichtung von Durchdringungen & Hauseinführungen
Hier werden je nach System Dichtmanschetten, Injektionsstoffe oder Spezialabdichtungen eingesetzt.
Vorteil: häufig schnelle Lösung, wenn Ursache klar ist
Risiko: „Drüber schmieren“ bringt nichts – es muss systemgerecht abgedichtet werden
Innenabdichtung als ergänzendes System (bei Nutzung/Innenausbau)
Wenn eine weiße Wanne punktuell zwar saniert ist, aber der Keller wohnraumähnlich genutzt werden soll, kann eine Innenabdichtung (systemabhängig) sinnvoll sein – vor allem bei:
- wiederkehrender Feuchtebelastung
- sensiblen Ausbaustandards
- schwierigen Außenbedingungen (nicht aufgraben möglich)
Wichtig: Innenabdichtung ersetzt keine korrekte Ursachenbehebung – sie ist meist Teil eines Gesamtkonzepts.
[fs-toc-h2]Außen aufgraben bei weißer Wanne – wann ist das überhaupt nötig?
In vielen Fällen lässt sich eine weiße Wanne von innen sanieren (Injektion, Anschlussabdichtung). Außen aufgraben kann nötig werden, wenn:
- großflächige Schäden am Wand-Boden-Anschluss vorliegen
- Bauwerksfugen von außen zugänglich und systemisch falsch ausgeführt sind
- zusätzliche Maßnahmen wie Drainage/Entlastung zwingend sind (grundstücksabhängig)
Grundsatz: Erst prüfen, dann entscheiden. Das spart oft erhebliche Kosten.
[fs-toc-h2]Häufige Fehler bei der „Sanierung“ – und warum sie teuer werden
Diese Irrtümer sieht man leider oft:
- Feuchte Stelle überstreichen (Sperrfarbe, „Dichtschlämme“) ohne Ursachenbehebung
- Falsches Injektionsmaterial (zu starr, zu weich, falsche Reaktion bei Wasser)
- Keine Rissanalyse (aktiv/statisch)
- Durchdringungen nur oberflächlich abdichten
- Keine Nachkontrolle (Leckage ist weg – oder nur temporär?)
Bei Wasser gilt: Wenn die Ursache bleibt, kommt das Problem zurück – manchmal an anderer Stelle.
[fs-toc-h2]Praxis-Tipp: So erhöhen Sie die Sicherheit Ihrer weißen Wanne langfristig
Wenn Sie bereits eine weiße Wanne haben (oder eine Sanierung planen), helfen diese Punkte:
- Feuchte regelmäßig dokumentieren (Ort, Zeitpunkt, Wetterlage)
- Kritische Stellen im Blick behalten: Fugen, Ecken, Hauseinführungen
- Keine nachträglichen Bohrungen ohne fachgerechte Abdichtungssysteme
- Kellerklima kontrollieren (Lüftung, Entfeuchtung, Taupunkt beachten)
- Bei Innenausbau: erst abdichten und prüfen, dann ausbauen
Eine weiße Wanne ist eine hochwertige Bauweise, aber keine Garantie gegen jedes Feuchteproblem. Wenn Wasser eintritt, liegt es fast immer an Fugen, Rissen oder Durchdringungen – und genau dort setzen professionelle Sanierungsmethoden an.Bei Craftflix analysieren wir die Ursache vor Ort und wählen die passende Lösung: von Riss- und Fugeninjektionen bis zu abgestimmten Abdichtungssystemen. So wird aus „eigentlich dicht“ wieder dauerhaft trocken – mit einem klaren, nachvollziehbaren Sanierungskonzept und langfristiger Sicherheit.
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